Cépages

  • Blanc
  • Indigène
  • 218 Ha (1.49%)

Arvine

Arvine ist eine sehr alte autochthone Rebsorte, die im Kanton Wallis angebaut wird. Arvine wurde 1602 erstmals unter dem lateinischen Namen Arvena erwähnt, was möglicherweise soviel wie „soeben angekommen“ bedeutet. Die Namensgebung lässt sich dadurch erklären, dass die Traube keine Eltern hat; die Herkunft lässt sich auch mittels Genanalyse nicht feststellen. Dass es die Römer waren, die die Rebe ins Wallis brachten, ist eine Vermutung. Die Rebsorte wird zur Unterscheidung von der Sorte Grosse Arvine, deren Vorfahrin sie wahrscheinlich ist, häufig auch Petite Arvine genannt. Arvine wird fast ausschließlich im Wallis angebaut und dort zur Herstellung von trockenen Weinen sowie Dessertweinen („Flétris“) verwendet, die aufgrund ihrer Zitrusnoten und lebhaften Säure auch im Ausland sehr bekannt und beliebt sind. Die Rebsorte ist vereinzelt auch in anderen Schweizer Kantonen, im Aostatal (I) und in Frankreich anzutreffen.
Zugehörige Namen: 
Petite Arvine
  • Rouge
  • Allogène (après 1900)
  • 203 Ha (1.39%)

Syrah

Die Rebsorte Syrah stammt aus Isère in Frankreich und ist aus einer Kreuzung zwischen den Sorten Dureza aus dem Département Ardèche und Mondeuse Blanche aus Savoyen entstanden. Der Name leitet sich vom lateinischen „serus“ (spät) ab und verweist auf die späte Reife der Rebe. Die 1781 im Weinbaugebiet Hermitage im Rhonetal erwähnte Sorte wurde in der Schweiz 1921 im Staatlichen Weingut in Leytron im Kanton Wallis eingeführt. Syrah wird auch heute noch hauptsächlich im Wallis angebaut. Ihre Trauben ergeben Weine von internationalem Renommee, die aufgrund ihres würzigen Charakters, ihrer Tabaknoten sowie ihrer Vollmundigkeit und ihres Volumens geschätzt werden.

  • Blanc
  • Allogène (après 1900)
  • 197 Ha (1.35%)

Sauvignon blanc

Die Heimat der Sorte Sauvignon Blanc ist das französische Loiretal, wo sie erstmals 1534 im Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel“ von François Rabelais als „Fiers“ erwähnt wurde. Ihren Namen hat sie von der Wildrebe, da deren Blätter jenen der Sauvignon Blanc ähneln. Genanalysen haben ergeben, dass die Rebsorte ein Abkömmling von Savagnin Blanc (im Wallis Heida genannt) und eine Schwestersorte von Chenin Blanc aus dem Loiregebiet ist. Zudem ist durch eine spontane Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon Blanc die Sorte Cabernet Sauvignon entstanden. In der Schweiz wird die robuste, jedoch gegen Rohfäule anfällige Rebsorte mit mittlerer Reifezeit in fast allen Kantonen angebaut und zur Herstellung von Weinen mit hohem Säuregehalt verwendet, deren Aroma an rote und schwarze Johannisbeeren erinnert.
  • Blanc
  • Traditionnel (av. 1900)
  • 197 Ha (1.35%)

Savagnin blanc

Die aus einem weitflächigen Gebiet zwischen dem Nordosten Frankreichs und Süddeutschland stammende Savagnin Blanc ist eine sehr alte Weißweinsorte. Sie ist auch unter der Bezeichnung Traminer bekannt und hat zahlreiche natürliche Nachfahren wie Sylvaner (Johannisberg im Wallis), Chenin Blanc, Sauvingon Blanc und Grüner Veltliner hervorgebracht. In der Schweiz wurde sie erstmals 1586 im Oberwallis unter dem Namen Heida erwähnt. Der Name Heida (französisch Païen) stammt aus dem Walliserdeutschen und bedeutet Heide. Er bezieht sich auf die Zeit vor der Evangelisierung. Die mit Heida bzw. Païen bestockte Fläche wächst ständig. Die Traube ergibt gut lagerfähige und strukturierte Weine, die mit Noten von Zitrus- und Tropenfrüchten aufwarten.
Zugehörige Namen: 
Paien, Heida, Traminer
  • Rouge
  • Traditionnel (av. 1900)
  • 151 Ha (1.03%)

Cornalin

Die früher als Rouge du Pays bekannte Rebsorte aus dem Wallis (Schweiz) wurde im Jahr 1972 in Anlehnung an eine Rebsorte aus dem Aostatal in Cornalin umbenannt. Diese Neubezeichnung ergab sich, nachdem mittels DNA-Analysen nachgewiesen werden konnte, dass es sich um eine spontane Kreuzung zwischen den zwei im italienischen Aostatal heimischen Sorten Mayolet und Petit Rouge handelt. Vor geraumer Zeit gelangte die Rebe vermutlich aus dem Aostatal über den großen St. Bernhard ins Wallis, während sie in ihrem Geburtstal verschwand. Kurz vor ihrem Verschwinden im Wallis wurde Cornalin 1970 von einer Gruppe von Liebhabern gerettet und ist inzwischen zu einer typischen Rotweinsorte des Wallis geworden, wo sie ausschließlich angebaut wird. Cornalin ist an der Rebe empfindlich und unterschiedlich ertragreich. Die Rebe bringt fruchtige Weine mit feinem Bukett, seidigen Tanninen und einer angenehmen Säure hervor.
Zugehörige Namen: 
Rouge du Pays
  • Rouge
  • Traditionnel (av. 1900)
  • 143 Ha (0.98%)

Humagne Rouge

Diese nicht mit Humagne Blanche verwandte Rebsorte gelangte zum Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Aostatal (I) ins Wallis (Schweiz). Seit den 1970er-Jahren wurde die Sorte mit der im Aostatal beheimateten Petit Rouge verwechselt. Im Jahr 1999 konnte jedoch mithilfe von Enzym- und Genanalysen als Cornalin d'Aoste identifiziert werden, die der Rouge du Pays den Namen im Jahr 1972 geliehen hatte. Es handelt sich nämlich um eine spontane Kreuzung aus dem Aostatal zwischen Rouge du Pays und einer unbekannten Rebsorte. In der Schweiz wird Humagne Rouge fast ausschließlich im Wallis angebaut. Ihre Weine zeichnen sich durch einen erdigen Charakter mit Noten von trockenem Rebenlaub, Veilchen sowie einen Hauch von Wildheit aus.
  • Rouge
  • Indigène
  • 130 Ha (0.89%)

Diolinoir

Diolinoir ist eine Schweizer Neuzüchtung der Agroscope in Pully. Entwickelt wurde sie im Jahr 1970 durch Befruchtung von Robin Noir (im Wallis auch Rouge de Diolly genannt) mit Pollen der Pinot Noir. Der Name „Diolinoir“ leitet sich von den Elternsorten „Rouge de Diolly“ und „Pinot Noir“ ab. Die gegen Rohfäule widerstandsfähige Sorte ergibt mächtige und vollmundige Weine, die oft in Verschnitten Verwendung finden.
  • Blanc
  • Allogène (après 1900)
  • 114 Ha (0.78%)

Pinot Blanc

Eine farbliche Mutation von Pinot Noir, die an mehreren verschiedenen Orten passiert, und wurde erstmals 1868 im Burgund (F) erwähnt, wo sie lange Zeit mit Chardonnay verwechselt wurde. In der Schweiz wurde die früh reifende und gegen Pilzerkrankungen anfällige Rebsorte in den 1970er-Jahren eingeführt. Ihre robusten Weine mit guter Säure sind in der Gastronomie beliebt.

Zugehörige Namen: 
Weissburgunder
  • Rouge
  • Allogène (après 1900)
  • 75 Ha (0.52%)

Cabernet Franc

Die Rebsorte Cabernet Franc ist ein Hauptbestandteil der großen Weine aus dem Bordeaux (F). Ihre Wurzeln hat sie jedoch im Baskenland in Spanien, von wo aus sie zuerst in die Gironde und anschließend in das Gebiet der Loire gelangte, wo sie heute zu den am häufigsten angebauten Rotweinsorten gehört. Mittels DNA-Analyse konnte nachgewiesen werden, dass Cabernet Franc eine Elternsorte von Cabernet Sauvignon, Merlot und Carmenère ist. Die gegen Pilzerkrankungen recht resistente Rebsorte hat eine mittlere Reifezeit und wird vor allem in der Romandie und im Tessin angebaut. Die daraus entstehenden Weine zeichnen sich durch ihre Veilchen- und Tannin- sowie mehr oder weniger ausgeprägte pflanzliche Noten aus.
  • Rouge
  • Allogène (après 1900)
  • 67 Ha (0.46%)

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon gilt als Vorzeigerebe des Bordeaux (F) und ist weltweit stark verbreitet. Die Entdeckung ihrer Abstammung im Jahr 1997 sorgte für großes Aufsehen: Cabernet Sauvignon ist vermutlich im 18. Jahrhundert in der Gironde durch eine spontane Kreuzung zwischen Cabernet Franc und Sauvignon Blanc entstanden. Somit ist die Sorte eine Halbschwester von Merlot und Carmenère. In der Schweiz wird die für Pilzerkrankungen anfällige Rebsorte hauptsächlich für Verschnitte nach Bordeaux-Rezept (mit Cabernet Franc und Merlot) verwendet, die sich durch ihre Noten von schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren auszeichnen.