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Wenn Mönche ein Fass aufmachen

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Chandra Kurt

Seit Jahrhunderten werden hinter dicken Klostermauern Weine produziert - und nicht die schlechtesten

Wein und Kirche blicken auf eine lange gemeinsame Tradition zurück - innerhalb der Kirche mit der Eucharistiefeier und ausserhalb, denn zahlreiche historische Reblagen haben ihren Ursprung der Kirche zu verdanken. Seit der Römerzeit wird in unseren Breitengraden Wein produziert, im Mittelalter begannen Mönche Rebstöcke zu kultivieren. Weinbau war immer ein aufwendiger Prozess, der Wissen und Musse verlangte. Daher wurde er gerne den Mönchen und Klöstern zugeschrieben.

Den Gottesmännern haben wir in ganz Europa viele Terroirs und Lagen zu verdanken, die heute noch bewirtschaftet werden. Auch einzelne sehr bekannte Weine gehen auf längst vergangene Tage zurück. So wurde einer der berühmtesten
Champagner nicht nur von einem Benediktinermönch erfunden - er ist auch bis heute noch nach ihm benannt: Dom Pdrignon. Oder die bekannten Terrassenlagen, die man in zahlreichen Weinregionen sieht. Sie entstanden meist unter der Herrschaft von Bistümern und Klöstern und sind auch ein Indiz für die klösterliche Landaufteilung. Klöster können aber auch Weinkeller sein, in deren alten Gewölben immer noch Wein kultiviert wird. So etwa im Benediktinerkloster in Mötiers des Schweizer Schaumweinproduzenten Mauler, der im Val-de-Travers seit 1829 mit Erfolg aktiv ist. Und manchmal ist es sogar die Kirche, die immer noch im Besitz des Gutes ist und den Wein vinifiziert.