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Weinflaschen von Chur bis Basel

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Philipp Wyss
Das Weinjahr 2017 brachte in Graubünden zum dritten Mal in Folge eine leicht unterdurchschnittliche Erntemenge. Dafür ist die Qualität wie zuletz immer gut.

Die Weinlese 2017 begann erstaunlich früh. Dies insbesondere aufgrund der Tatsache, dass der Spätfrost im April das Wachstum der Reben für drei Wochen gestoppt hatte. Wie Rebbaukommissär Hans Jüstrich auf Anfrage sagte, dauerte das Wimmeln der Trauben vom 8. September bis 26. Oktober. Die Haupternte erfolgte am 4. und 5. Oktober. An diesen beiden Tagen lasen Erntehelfer rekordverdächtige 846 Tonnen Trauben, was einem Drittel der Ernte entsprach.

Die Lese beim Riesling-Silvaner dauerte vom 8. September bis 6. Oktober, so Jüstrich weiter. Die ersten Blauburgunder-Trauben wurden am 13. September und die letzten am 26. Oktober gelesen.

Die Ernte betrug 2,62 Millionen Kilogramm oder 19‘631 Hektoliter (15'299 Rot- und 4‘332 Weisswein). Sie lag zwölf Prozent unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 22'320 Hektoliter.

Diese Erntemenge 2017 entspricht 2,62 Millionen Weinflaschen mit einem Inhalt von 7,5 Deziliter oder 13 Flaschen pro Einwohner in Graubünden. Würden die Flaschen aneinandergereiht, ergäbe dies eine Kolonne von 209 Kilometern, was einer Strecke von Chur nach Basel entspricht. «Wer über das ganze Jahr gut gearbeitet hat im Rebberg, der hat eine gute Qualität in den Keller bringen können. Beim Blauburgunder, der Hauptsorte in der Bündner Herrschaft wurde ein durchschnittlicher Zuckergehalt von 95 Öchslegraden erreicht.

Laut Jüstrich muss jeder Winzer über die Bücher um sich gegen künftigen Spätfrost zu schützen, «nicht dass die Winzer im kommenden Frühjahr erneut überrascht werden», so Jüstrich. Einige Winzer hätten Frostkerzen angeschafft oder werden Frostversicherungen abschliessen. 2017 hatte laut Jüstrich ein Winzer eine solche abgeschlossen.

Neu kam in diesem Jahr in der Bündner Herrschaft erstmals ein Traubenvollernter zum Einsatz. Jüstrich hat dazu positive Rückmeldungen erhalten.