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Swiss Wine Promotion hegt grosse Pläne

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Caroline Goldschmid
Dieses Jahr wird die Organisation Swiss Wine Promotion unter ­anderem ein neues Aus­bildungstool für Restaurantfachleute lancieren. Ihr ­Direktor erzählt mehr dazu.

Seit einigen Monaten amtet er als Direktor, doch angefangen hat ­Jean-Marc Amez-Droz im Herbst 2015 als Generalsekretär von Swiss Wine Promotion. Die Hauptaufgabe dieser Organisation ist die Förderung der Schweizer Weine im In- und Ausland. GastroJournal hat mit dem gebürtigen Sittener Amez-Droz gesprochen.

 

GastroJournal: Im Jahr 2014 hatten Schweizer Weine national einen Marktanteil von nur 37 Prozent, Tendenz ­sinkend. Wie steht es heute um den Schweizer Wein?

Jean-Marc Amez-Droz: Im vergangenen Jahr haben die Schweizerinnen und Schweizer insgesamt 252 Millionen Liter Wein getrunken, davon 89 Millionen Liter Schweizer Wein. Das entspricht einem Marktanteil von 35 Prozent. Im selben Jahr wurden hierzulande 79 Millionen Liter Wein geerntet. Es liegt also auf der Hand, dass der Anteil weiter sinken wird. Man muss aber auch hinter die Zahlen blicken und den Mehrwert erkennen. In den Jahren 2014 und 2015 war die ­Ernte sehr klein, und man kann nun ­einmal nicht mehr verkaufen, als man erntet. Würden die Marktanteile sinken und die Keller der Winzer gleichzeitig voll bleiben, könnte man befürchten, dass die Nach­frage für Schweizer Wein sinkt. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall. Die Konsumenten wünschen sich Produkte Schweizer Herkunft. Wir würden den Winzern aber nie ­raten, mehr zu produzieren oder Quantität über Qualität zu stellen. Stattdessen möchten wir die Konsumenten davon überzeugen, dass der verlangte Preis mit Hinblick auf die Arbeit, Qualität, Originalität und Seltenheit unserer Weine gerechtfertigt ist.

 

"Nur wer sich mit ­Schweizer Wein auskennt, kann ihn gut verkaufen"​

 

Bei der Förderung einheimischer Weine haben Gastronomen eine Schlüsselrolle. Inwiefern wurden hier Fortschritte ­gemacht?

Es besteht ein grosser Unterschied zwischen der Deutsch- und der Westschweiz. Im französischen Teil bemerken wir Fortschritte: In Genf haben viele Restaurants ­beispielsweise eine schöne Auswahl an Genfer Weinen, was vor zehn Jahren noch nicht der Fall war. In der Deutschschweiz hingegen werden eher ausländische Weine bevorzugt. Das könnte daran liegen, dass Italien auf Deutschschweizer schlichtweg attraktiver wirkt als die Romandie. Und natürlich spielt auch der Preis eine Rolle, denn die Marge für ausländische Weine ist für die Gastronomen interessanter.

 

Wie kann man sie dennoch dazu ermutigen, mehr Schweizer Weine auf die Karte zu setzen?

Eine Möglichkeit bietet sich über das Servicepersonal. Dieses ist ständig in Kontakt mit den Gästen und hat oft Mühe damit, den höheren Preis sowie den Mehrwert und die Identität eines Schweizer Weins zu erklären. Unsere Idee ist, die Restaurantfachleute diesbezüglich besser zu schulen. Swiss Wine Promotion wird am 7. und 8. Mai 2018 ein neues Ausbildungstool vorstellen, im Rahmen der Delegiertenversammlung von GastroSuisse.

 

"Wer einen Produzent besucht, wird dessen Wein treu bleiben"

 

Können Sie uns dazu mehr erzählen?

Es handelt sich um eine E-Learning-Plattform. Im Unterschied zu einem Kurs hat sie den Vorteil, dass die Mitarbeitenden zum Lernen nicht einen Tag freinehmen müssen. Mehr dazu werden wir bald kommunizieren. Generell hat die Ausbildung einen hohen Stellenwert bei Swiss Wine Promotion. Wir arbeiten dafür mit Sektionen von GastroSuisse sowie Sommelier-Schulen zusammen, um Schulungen zu organisieren und die Ausbildung zu vertiefen. Denn man kann Schweizer Wein nur dann gut verkaufen, wenn man sich damit auskennt.

 

Und was tun Sie, um den Schweizer Wein im Ausland zu fördern?

Seit 2015 sind wir Partner der Wine Academy, die in Österreich Wein-Spezialisten ausbildet. Dank dieser Partnerschaft unternehmen die Auszubildenden eine dreitägige Reise in die Schweiz, um unsere Weine kennenzulernen. Seit 2017 arbeiten wir ausserdem mit The Institute of Masters of Wine in London zusammen. Und diesen Juni werden wir Ehrengast an der Österreichischen Messe «VieVinum» sein. Dies mit dem Ziel, mehr Aufmerksamkeit von der internationalen Fach­presse zu erhalten. Nicht zuletzt sind wir jüngst eine Partnerschaft mit Schweiz Tourismus eingegangen, um unter anderem önotouristische ­Aktivitäten anzubieten. Denn wenn ein Kunde einen Produzenten und seine Region besucht, dann wird er diesem Wein viel treuer bleiben, als wenn er ihn nur durch Zufall entdeckt hätte.