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Kleine aber exquisite Weinernte 2020

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Bern, 29.03.2021 - Im vergangenen Jahr konnten die Schweizer Winzerinnen und Winzer eine Weinernte von knapp 84 Millionen Litern einfahren. Die Erntemenge liegt somit rund 13 % unter dem zehnjährigen Mittel und ist die zweitkleinste in den vergangenen zehn Jahren. Gründe dafür sind ein Kälteeinbruch während der Hauptblüte, der heisse und regenarme Sommer und eine strikte Mengenbeschränkung. Die gute Aromatik und der hohe Zuckergehalt der Trauben verspricht dafür einmal mehr einen Top-Jahrgang.

Die Ernte 2020 belief sich auf insgesamt 834 235 Hektoliter und lag um 145 210 Hektoliter tiefer als die Ernte 2019 (-14,8 %). Quantitativ ist die Ernte 2020 somit die zweitschwächste der zehn letzten Jahre. Tiefer war nur noch die Ernte 2017, als der Frost den Trauben stark zusetzte.

Das Weinjahr 2020 startete nach einem warmen Winter mit einem für den Weinbau klimatisch idealen Frühling. Dieser trieb die Entwicklung der Reben kräftig voran und die Rebblüte begann vielerorts sehr früh bereits Ende Mai und anfangs Juni. Problematisch wurde die nasskalte Witterung in der Hauptphase der Blüte. Sie führte je nach Lage und Sorte dazu, dass ungewöhnlich viele Blüten und kleine Beeren vom Stielgerüst abgestossen wurden. So verzeichnete insbesondere die Ostschweiz (Kanton Graubünden) grosse Ertragseinbussen.

Die sommerlichen Temperaturen bis weit in den September hinein liessen die Trauben danach schnell reifen. Zwar war der heisse und trockene Sommer der Traubenqualität sehr förderlich, führte aber zusätzlich zu kleineren, saftärmeren Traubenbeeren. Schliesslich startet die Weinlese 2020 des qualitativ hervorragenden Traubenguts vielerorts ungewöhnlich früh, in einigen Regionen sogar drei Wochen früher als in anderen Jahren.

Aufgrund des verlangsamten Absatzes durch die Covid-19-Massnahmen wurde das Erntepotenzial durch Reduzierung der Maximalerträge angepasst. Die Rebfläche blieb gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert bei 14 696 Hektaren (-8 ha; -0,05 %).

Die detaillierteren Zahlen, inklusive Konsum, werden demnächst in der Publikation «Das Weinjahr» veröffentlicht.

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